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Sonntag, 24. September 2023

Was ich vermisse...

Kürzlich habe ich mir überlegt, was mir eigentlich wirklich fehlt aus meinem Leben zuhause. Da fallen mir spontan ein paar Annehmlichkeiten ein. Unsere super Kafimaschine (danke an M & Ch, einmal mehr!) bzw. den Cappu, den sie produziert, der fehlt mir schon ein bissi. Und wenn wir schon bei Maschinen sind - auch die Abwaschmaschine wär mängisch mega gäbig. Eigentlich im Allgemeinen unsere Küche, mit schön viel Platz, um auch mehr als ein Päckli Teigwaren auf Vorrat zu lagern. Oder um mal die Türe zumachen zu können und seine Ruhe zu haben, was hier mit einer kleinen offenen Mini-Eckkücke gar nicht geht. Die fehlt mir.

Aber eigentlich fehlt vor allem ihr mir, ihr, die hier lest und kommentiert und uns manchmal schreibt - danke dafür. Wir freuen uns immer ganz fest imfall, und schätzen den Austausch mit euch sehr. Es ist nämlich schon so: So echte Freundschaften und tiefe Begegnungen, die sind hier noch etwas rar. Es gibt ein paar locker flockige Bekanntschaften aus der Résidence. Zum Beispiel Alexia mit Vicky, ihrer Tochter im Alter von K1. Doof nur, dass sie einen kleinen dicken Hund hat, den wir alle nicht so besonders mögen; dann Cécile und Steve, die mehrere Häuser in der Residenz besitzen und in der Regel abends im Pool anzutreffen sind - sie kennen sich aus punkto Residenz-Klatsch-Tratsch; Julie und Jean, die vor etwa 2 Monaten aus der Metropole angereist sind; er arbeitet als Militärpilot und hat mit seinem letzten Einsatz das Herz unserer Kinder gewonnen (wann kann man schon während 2h zuschauen, wie irgendwelche Gendarmerie im benachbarten Fort abgeholt und am Strand abgeseilt werden - und dann macht er noch ein paar extra Eskapaden über der Residenz, das wär was für dich gewesen, Pilotin M.!); schliesslich Gérald mit seinen Jungs, die er lieber an den Strand mitnimmt, als sie zu lange daheim vor dem TV zu lassen (on comprend!); Leo, der auch abends im Pool höcklet und uns den entscheidenden Tipp für die Blutabnahmeklinik von Sam gegeben hat; Phil, der ehemalige Casino-Chef, der Sam die wildesten Gschichtli erzählt, wenn ich nicht da bin; Christine, die eben EINE WOCHE FERIEN in NORWEGEN verbringt (WTF!?) dann natürlich unser Host, ein Handwerker-Polizist, der unsere Fragen ausführlich und korrekt beantwortet, aber ansonsten eher distanziert bleibt (dünkt uns), Bibi, der mit seinem kleinen Hamburger-Imbissstand gleich nebenan eh der Held bei den Kindern ist und mir Paracetamol in Brausetablettenform geschenkt hat für Sam (aber wir können trotzdem nicht grad jeden Tag Burger essen ;-) ); Xavier, unser Surflehrer, der uns auch auf die Mangroventour mitgenommen hat und es bei unseren Kindern immer wieder mit Englisch versucht, was eben leider nicht besser klappt als Französisch. Melissa, die wir auf der Mangroventour kennen gelernt haben, und die uns zwischendurch auf Veranstaltungen aufmerksam macht oder grad ein Atelier für uns reserviert (MERCI MERCI!). Dann natürlich Oli, Freddy, Géraldine und ein paar weitere nette Leute von der Uni. Mit Oli teile ich das Büro und er ist aktuell gerade daran, einen Antrag zu stellen, um uns in der CH, bzw. an der PH, besuchen zu können. Eigentlich hat er glaubs einfach phasenweise die Nase voll von den Wasserkürzungen und all den Staus und will mal weg da. Und via Oli viele potentielle Kontakte, fast zu viele! :-). Myla, die sich ab und zu meiner erbarmt und mir mit der Kafimaschine des Institutsleiters einen Café AU LAIT macht. Sams Chorleute, aber dazu bloggt er wohl mal separat, und dann natürlich die Lehrpersonen und Gspändli der Kinder (aber Abmachen tut man hier weniger, und wir hätten jetzt auch kaum Platz indoor....). Also ihr seht, da ist schon noch bitz Luft nach oben vorhanden. Und emotional ist da viel Raum für euch, auch, wenn wir manchmal vielleicht nicht immer sofort schreiben, telefonieren oder Sprachnachrichten schicken mögen, weil wir das grad einfach auch viel tun (und ergo ein bitz zu krass am Handy hängen, sobald wir im WLAN-Bereich sind, scheint mir).

Back on track. Was fehlt mir sonst noch so wirklich? Mein Velo, bzw. Velofahren. Das wird noch ein bisschen hart werden. Die Geige fehlt mir noch überraschend wenig, aber sie ist ja auch in Profihänden. :-) Der Bogen fehlt mir schon mehr (haha, just kidding). Und ernsthaft - grad wärs sowieso zu heiss zum Geige spielen, da wär ich nach 2 Minuten schweissgebadet. Ein bisschen fehlt mir mein Laptop, der ja immer noch in der Reperaturwerkstatt auf sein zweites Leben wartet. A.R.G.H. Ah, und eine Duschbrause, die man aufhängen kann, das wär auch mal wieder nett. Und Wasser direkt ab dem Hahn zu trinken, natürlich.

Aber dafür, dafür kann ich (fast) jeden Tag im Meer baden. Im wunderschönen, etwas zu warmen Meer. Ich sehe bunte Fische, leider etwas zu viele ausgebleichte Korallen, und kann meine Zehen im Sand vergraben. Die salzige Luft einatmen. Manchmal ein paar Wellen reiten. Mir den Wind um den Kopf pusten lassen. Kokosnusseis essen. Oder Schoggiglacé natürlich. Oder sonst irgendwelche Glacés oder leider geilen Desserts, die Sam immer in den Läden findet. Unter Palmen liegen. Die süssesten Mangos kaufen, und das Beste: voll lokal. Die feinsten Melonen (und - jede ist gut, es sind keine Glückstreffer wie manchmal zuhause). Das Zmorgemüesli mit Passionsfrüchten ergänzen. Soo fein! Den tropischen Regenwald einatmen. Über die Farben hier staunen. Mein Französisch erweitern. Endlich mal wenig Stress haben, und Zeit zum Lesen (und Bloggen). Und eben - schwimmen im Meer oder mich einfach treiben lassen. Ich geniesse das jetzt einfach ganz fest, denn das werde ich dann zuhause wieder sehr vermissen! 


Donnerstag, 3. August 2023

Leben in der Masoalahalle

Und da sind wir nun also, in der grossen Masoalahalle. Zumindest fühlt sich das Leben hier so an. Als wäre man in der Masoalahalle. Man kocht in der Masoalahalle, schläft da, putzt sich die Zähne, isst da, geht von A nach B... Entsprechend langsam sind die Bewegungen. Was mich zu Beginn noch genervt hat (chöi die nid mau chli vorwärts mache?), kann ich nun bereits vollends nachvollziehen. The more you move, the hotter you get, oder so. Ich sag euch, was Sam und ich einander zuzuspielen versuchen: Kochen (echt, vor der heissen Herdplatte zu stehen ist next level!), die Terrasse wischen (muss rasch geschehen, da sonst die Ameisen einfallen, ist also hueren anstrengend und gilt es ergo zu vermeiden), den Rucksack tragen (Heizkörper am Rücken), den Kindern die Zähne putzen (da man sich dafür im Bad aufhalten muss, das a) kein Fenster hat und sich b) unter dem Dach befindet. Unglaublich heiss und feucht (aber merci an Sam, dass du das fast immer übernimmst!). 

Weitere Schnipsel fürs Notizbuch: 

* Es gibt tatsächlich Kokospalmen! Mega viele! So schön! Die Kinder waren alle sehr beeindruckt, als Sam am ersten Strandtag eine Kokosnuss auf einen Stein geworfen und den Saft daraus getrunken hatte. Einige Leser:innen dieses Blogs haben ein exklusiv mündliches Rezept erhalten. :) E Guete wünschen wir! 

* Anfangs war ich etwas enttäucht, weil ich dachte, der Strand, der von unserer Unterkunft easy in 5' erreichbar ist, sei etwas "abgefucked". Die Umgebung ist tatsächlich bissi verwahrlost, allerdings je nach Tageszeit und Wetter (und evtl. Ferienzeit?) dann doch wieder belebter. Schade nur, dass es von "unserem" Strand keine Verbindung zum grossen Gemeindestrand von Le Gosier gibt, wie früher. Die Gründe? Verwahrlosung und grosse, halbfertige Hotelkomplexe, die im Weg stehen. Schade! Denn das warme Meer und der feine feine Sand (zack war er ÜBERALL) sind ein Traum! 

  * Ohne Auto - vergiss es. Gefühlt haben ALLE mindestens ein Auto. Oder zwei. Entsprechend dicht ist zeitweise das Verkehrsaufkommen. Während ich mich (noch) über lange Wartezeiten nerve (gilt auch an der Kasse - sowas wie Self-Desks oder so gibts hier nicht in den Supermärkten, meist sitzt genau eine Person an einer von etwa sechs Kassen (Personalmangel?) und kassiert in aller Seelenruhe ein), habe ich den Eindruck, dass die Einwohnenden von da total entspannt warten. Ich hoffe, es wird bei mir auch bald so. Die Einheimischen nennen es "patienter". 

* Stichwort Mücken. Ich hatte ja im Vorfeld total Stress wegen all diesen Viren (Dengue, Zika, etc.), und wir haben die Kinder unter Mückennetze gepackt zum Schlafen. Aber die Stiche lassen sich irgendwie doch nicht vermeiden. Und den Mücken nachzusetzen ist - anstrengend, genau. Tun wir also nicht allzu oft. Und hoffen einfach, wir holen uns rasch und en passant eine Grundimmunisierung. 

* Morgen haben wir einen Termin auf dem Pôle Administratif für die Schulanmeldung der Kinder. Espérons qu'on ne doit pas patienter trop longtemps - und dass wir vor allem nachher ein wenig Bescheid wissen diesbezüglich.

Dienstag, 1. August 2023

Über den Wolken...

Nach diesem unfreiwilligen Zwischenstopp im schönen Tsüri (keine Masoala-Halle für uns, dafür Spaziergang zum Zürichhorn, Schifflifahren und Landesmuseum) und in einem ruckzuck gebuchten und daher etwas schrägen Hotel am Bellevue (Jugi wär doch gschider gewesen, hätte aber noch früheres Aufstehen am Sonntag Morgen bedeutet), starteten wir also den zweiten Versuch einer Reise nach Guadeloupe. Die Kinder machten super motiviert mit, ich hatte Bauchschmerzen und Durchfall und so Zeugs und hoffte einfach, dass wir würden fliegen können. Spoiler: Die Reise verlief diesmal absolut reibungslos. Hier ein paar Eindrücke und Gedanken von über den Wolken: K1: "Oh, das Büchsli vom Orangesaft da wotti de bhaute. Das chani guet zum Baschtle bruche!" K2: "I cha gar nid gloube, dass mir flüge. - Oje, mir stürze ab! - Anei!" K3: "I ha Huuunger!" (Das griechische Restaurant vom Vorabend in Zürich - Yamas, btw, danke an B für den Tipp - hatte ihr nicht so gepässlet). Und diesmal gabs als Snack im Flieger nach Paris - Pain au tartinade courgette. Genau der Geschmack von K3. Und von K1 und K2. Nicht. Zum Glück hatte Mama Bananen dabei. Und dann im grossen Flugzeug diese Aufregung über einen Bildschirm mit KOPFHÖRER und Kissen bzw. Decke PRO PERSON. Und was, wir dürfen jetzt da einfach etwas auswählen, Mama? (Sam und ich genossen den Bildschirm für uns auch, aber mit schlechtem Gewissen - wie krass, dieser riesige Abfallberg, der von diesem einzigen Flug produziert wurde, und da reden wir ja nicht mal vom Co2-Ausstoss. Obschon wir das alle ja wissen, macht es nochmals einen Unterschied, es so 1:1 zu erleben.) Spoiler 2: K2 und K3 ergaben sich irgendwann nach etwa 2/3 des Fluges und schliefen etwas. Für K1 ordneten wir eine Bildschirmpause an, um etwas zur Ruhe zu kommen. Also er. Wir weniger. Funktionierte sehr bedingt, nach etwa 30' gaben wir auf und man hörte ihn zum dritten Mal über den selben Film (Schlümpfe) glucksend lachen. Er büsste es dann nach der Landung, als er sich kaum mehr auf den Beinen halten konnte, und K2 und K3 verhältnismässig fit waren und durchhielten, bis wir unsere Autovermietungsperson, dann unser Auto, schliesslich unser Kaff und am Schluss auch unsere Unterkunft inklusive Vermieter fanden. Alles in strömend tropischem Regen. Und jetzt sind wir also angekommen, hier in der grossen Masoala-Halle. Und versuchen, uns einzufinden. Drückt uns den Daumen!

Sonntag, 14. Mai 2023

Wer ist es?

K3 und ich spielen "Wer ist es?". Kennt ihr das noch? Das ist da dieses 80er-Jahre Spiel, bei dem herausgefunden werden muss, wer (Bill, Hermann, Susann, etc.) die andere Person gezogen hat, indem man schlaue Fragen stellt wie: "Trägt deine Figur eine Brille?" Anyways. Ich so: "Aber K3, weisch de du, wi das geit?" Si: "Ja, klar, Mama. Das isch ganz eifach. Wede gwinnsch, hesch gwunne!" Noch Fragen?

Dienstag, 22. November 2022

Küchentischgespräche

Ich weiss gar nicht, ob ich das noch kann, bloggen. Aber ja. Wir hatten heute mal wieder ein herausforderndes Gespräch über die Weihnachtskrippe, die K3 und ich aus dem Keller geholt hatten. Ich zu K1 und K2: "Wüsst dir no, wär näbe Maria und Josef im Stall ligt?" (I mean... Easy. Die 2 Tierli halt.). K1: "Gott!" Ich: "Hm, naja, also, Gottes Sohn ligt ir Chrippe." K3: "Ja, sJosefschindli. Aber es chunnt ersch usem Buch vor Maria use a Wienachte. Aso im Summer." Ich: "Momänt, Wienachte isch bi üs im Winter, soo lang müesst dr de doch nid warte..." K1: "Aber was isch de mit däm Gott?" Der Traummann: "Ja, aso es git Mönsche, wo a Gott gloube u gloube, Gott heig dÄrde erschaffe. U när gits Mönsche, di gloube ane andere Gott, zum Bischpiu a Allah. Oder a ganz viu verschideni Götter. U de gits o Mönsche, di gloube ender, dass dWäut dür ne Urknall entstande isch." K1: "Ah, aso wägm Urknall gits Wienachte?" (Können wir nochmals von vorne, bitte? Ich finds kompliziert!) Wir erklären irgendwas halbwegs brauchbares. K2 erinnert sich: "Wär ligt de iz no ir Chrippe?" Ich: "Ja, genau, es si 2 Tier, wüsst dr no, weli?" K1: "Dr Hirsch!" Der Traummann: "Fasch!" K2 und K1: "Dr Esu!" Ich (uffffff): "Genau! Dr Esu! Bravo! Yes! Und wär no?" (Wieso will ich die Antwort eigentlich hören? Ich kenne sie ja!" K1: "Dr Stier?" Der Traummann: "Dr Ochs. Weisch, was e Ochs isch?" Und an dieser Stelle, meine lieben Leser:innen, schalten wir eine Pause ein!

Samstag, 28. April 2018

Loch

Ich habe hier ja schon von unseren windelfreien Einkaufserlebnissen geschrieben.

Im Zug, in dem wir neulich reisten, waren der grosse Mändeler und ich plötzlich mit einem völlig neuen Problem konfrontiert:
Das Klo hatte ein L O C H!

Kennt ihr die alten Zug-WCs noch, mit der Klappe, die direkt aufs Gleis gehen?
Ja, solche Wagen verkehren noch auf dem SBB-Netz.
Nein, wir wohnen nicht völlig im Gaggo.

Anyways, der Mändeler weigerte sich auf alle Fälle, in so ein Loch zu bislen. Er hatte S C H I S S, - ich konnte es ihm nicht verüblen. A propos Schiss - ähh, nomen est omen. Verschissene Situation. Denn - der kleine Mändeler, den hatte ich mir auch noch auf den Rücken gebunden. Platzangst ahoi.

Ich scannte das Zug-WC, auf der Suche nach einer Alternative. Da stach mir das Lavaböchen (sorry, es ist ja echt minimini) ins Auge.
Mändeler willigte ein, sein Bisi in diese 9 Löchli des Lavabos zu bislen. Zwar viele Löchli, dafür nur ganz kleine.

Nun ja.

Was soll ich sagen?

Der Mändeler muss noch zielen üben.

Und ich vielleicht den richtigen Griff. Wobei der - mit Baby auf dem Rücken, auf 1x1m - nicht so easy auszuführen ist.

Mittwoch, 11. April 2018

Windelfrei!

Am Ostermontag haben der grosse Mändeler, der Liebste und ich beschlossen, dass der grosse Mändeler jetzt ohne Windeln kann. Und - seither schlägt er sich wacker! Ich freu mich ja sehr - und doch hält das windelfreie Leben (also, ämell halb windelfrei, der kleine Mändeler braucht die Dinger ja schon noch) wieder ganz neue Herausforderungen bereit. Kleines Schmackerl gefällig?

Also.

Ich dachte ja, ich hätte Einkaufen mit den beiden Mändelern im Griff. Es ist in den letzten Wochen nämlich sogar noch leichter geworden, seit der kleine Mändeler selbstständig sitzt und man ihn gäbig im Einkaufswägeli parkieren kann.

Anyway.

Nach Ostern, ich dann so zuhause zum grossen Mändeler: "Muesch du no go bisle, bevor mir gö go poschte?"

Er: "Nä-ä."

Ich (hoffnungsvoll): "Bisch sicher? Tue mau guet gschpüre!" (Ok, doof von mir, ich weiss.)

Er (macht ein konzentriertes Gesicht): "Wart - nei."

Wir fahren los. Vor dem Eingang des Einkaufszentrums wiederholt sich obenstehender Dialog.

Und plötzlich, zwischen Salat und Milchprodukten stehend, sagt der grosse Mändeler:

"Ou, Mama, i mues go bisle. Schnäu!"

Ich schwinge meinen Rucksack mit den Wertsachen auf den Rücken, schnappe den kleinen Mändeler aus dem Einkaufswagen, nehme den grossen Mändeler an die Hand und sprinte mit beiden Kindern zum Lift (genau, den Einkaufswagen lassen wir stehen). Mit dem Lift fahren wir eine Etage runter, zu den Toiletten. Ich zum grossen Mändeler (viel nervöser als er!): "Geits no? Mir sy grad bim WC!"

Er bleibt entspannt.

Aber spätestens beim WC merk' ich, dass ich nun wirklich eine Hand zuwenig hab. Mindestens. Es gruuset mich ein bisschen, den kleinen Mändeler einfach auf den Boden zu setzen, also halte ich ihn irgendwie fest, während ich versuche, den grossen Mändeler mit einer Hand aufs Klo zu setzen - you get the point. Natürlich geht ein bisschen was vom Bisi in die Unterhose. Meine Schuld. Der grosse Mändeler schimpft mit mir und weist mich darauf hin, dass er nun eine neue Unterhose benötige.

Zum Glück hab ich so eine dabei (mit einer Loki drauf, falls von Interesse).

Wir waschen die Hände, spazieren zum Lift, fahren hoch, suchen unseren Einkaufswagen - weiter gehts.

Nun bin ich ganz entspannt. Bisi-Ruhe bis wir wieder zuhause sind. Ah!

Dann, kurz vor der Kasse, der grosse Mändeler so: "Mama, i mues grad nomau go bisle!"

Ich: "Ehrlech?"

Diesmal bin ich gescheiter, lasse den grossen Mändeler vorne auf den Einkaufswagen aufsteigen, rufe der Kassiererin zu, dass ich gleich bezahlen komme, spurte durch den Laden zum Lift - mit Wagen, diesmal, in den Lift, runter, zu den Toiletten, rein - und nun hab ich beide Hände frei. Der kleine Mändeler sitzt ja gemütlich im Einkaufswagen und findet diesen Szenenwechsel spassig.

Und der grosse Mändeler? Bislet seelenruhig nochmals - diesmal vollumfänglich an den richtigen Ort. Yay!

Weitere Windelfrei-Schmackerl gefällig? Ich hätte noch ein paar in petto! :-)

Mittwoch, 21. März 2018

Chronik einer Nacht

Neulich erlebten wir - nach Nächten, die von Hustenanfällen unterbrochen wurden, auch noch d i e Nacht der Nächte: Pseudokrupp (göt mau go google, aber soviel vorneweg: Es ist mühsam!).

Aber schön der Reihe nach:

20:14 Wow, der kleine Mändeler schläft schon. Halber Feierabend, yay!

20:31 Der grosse Mändeler ist um 17:10 wieder einmal eingeschlafen (da er langsam den Mittagsschlaf abschafft). Also ist er jetzt noch topfit.

20:50 Immer noch.

21:10 Immer noch.

21:30 Immer noch.

21:35 Ich erbarme mich und lege mich ein wenig zu ihm.

21:50 So, the real Feierabend.

22:10 Aber eigentlich bin ich ja müde...

22:20 Siehe oben. Im Bett.

22:48 Der kleine Mändeler will trinken.

23:20 Der kleine Mändeler will noch mehr trinken.

00:21 Der grosse Mändeler hat einen Pseudokruppanfall.

00:22 Wir versuchen, ihn zu beruhigen.

(Und nun spulen wir etwas vor. Was hilft: Kalte Luft, nach draussen sitzen, Filmli auf dem Handy schauen, Telefonat mit dem Kispi. Trinken. Medi geben. Trinken.)

02:37 Okay. Ich wär nun wieder im Bett.

02:56 Das Adrenalin lässt mich nicht nur Ruhe kommen.

03:11 Immer noch nicht.

03:28 Immer noch nicht.

03:50 Jetzt könnte ich schlafen. Aber der kleine Mändeler hat Hunger (hatte er ja auch seit 23:20 nicht mehr, siehe oben).

04:03 Okay. Schlafen.

04:28 Leider hat der kleine Mändeler doch noch mehr Hunger...

05:13 ... und noch mehr.

07:00 Sonntag Morgen. Der grosse Mändeler ist wach. Ich nicht. Aber - no comment. Oder so.

Mittwoch, 7. März 2018

Landi

Tatort: Landi.
Datum: 24. Februar 2018 (moll, moll, das ist wichtig!).

Mändeler steht vor dem Gestell mit den Spielzeugtraktoren, -lastwagen, -lastwagenanhägern, -mähdreschern, -baggern usw. You get the point. Diese Fahrzeuge sind in der Landi recht gross und wirklich schigg ausgestattet.
Er steht so da und schmachtet das Gestell an.
Dann dreht er sich zu mir um und sagt: "Mama, isch iz Wiehnachte?"
#leidernein

Sonntag, 8. Mai 2016

Foodblog

Kennt ihr Frankfurterli? Wienerli? Nicht grad meine Leibspeisen, so.

Hamburger hingegen - mhm. Also, kommt bitzli drauf an, von wem und wo und so. Aber grundsätzlich: Mhm.

Dann hätten wir da noch den Appenzeller. Fein. Auch in Kombination mit dem Hamburger. Oder aber der Emmentaler. Auch gut. Besonders mit einem Glas Wein.

Nach dem Emmentaler und dem Glas Wein ein paar Luxemburgerli. Mjammi. Können in der Adventszeit auch Mailänderli sein. Wobei die für meinen Geschmack zu wenig schoggig sind. Gibts dieses Wort? Schoggig? Egal.

Jedenfalls - lieber Mailänderli als Berliner. Obschon die Stadt der Hammer ist. Aber sonst, naja. Nix für mich.

Und - wann kommt der Pariser zum Zug?

Hö? Kennt ihr noch mehr?

Donnerstag, 19. Februar 2015

Girls talk

Neulich hatte ich das Vergüngen, im #tibits auf eine Freundin zu warten. Leider war sie ziemlich pünktlich, sodass das Vergnügen knappe 5 Minuten dauerte. In diesen 5 Minuten lernte ich von meinen beiden unbekannten Tischnachbarinnen aber schampar viel:

Kunstblondie 1:

"Aso, i wett iz ja de go dHaar schnide. I weiss eifach nid, öbs mir när chürzer steit."

Kunstblondie 2:

"Mou, aso, i dänke, weisch, sone Side-Effect, aso, so uf dr einte Site chly schreg u chly lenger, das würd dir imfau schono schtaa."

1: "Meinsch? I gloub äbe nid. Für das muesch huere dünn sy."

2: "Äuä, das chunnt doch ufds Gsicht drufaa!"

1: "Nei, wed über 50kg bisch, chasch sone Frisur vergässe. Er Rinderknächt steit sy zwar, weis o nid, wi schwär dass die isch!"

(Ich, leise denkend: Rinderknecht? Rinderknecht? Auch schon gehört. Wer ist das? Irgendeine Miss?)

2: "Nei, wed es schmaus Gsicht hesch, de geit ds. Du hesch doch es schmaus Gsicht."

1: "Ja, aber weisch, es geit so ums Gsamterschinigsbiud, weisch. Es mues när eifach stimmig si. Muesch eifach huere dünn sy für sone Frisur. U weisch, i wott wi nid när zu krass überecho mit sonere Frisur, weni nid gnue dünn bi."

2: "Iz verschtani gloub, was du meinsch."

(Ich nicht.)

1: "Ja, weisch, i kenne o eini, di isch chly feschter u hett churzi Haar. Aber das isch eifach rächt männlech. U i bi ja scho e Feminischtin. Aber i wott nid so überecho, weisch."

2: "Jajaja, ds verschtani. Du meinsch wi dWürkig isch när zkrass."

1: "Genau. Weisch, i dänke feministisch. Würklech vou. I bi vou unabhängig. Aber mis Üssere söu ja glich nid so si. Me so prinzässinne-ibruchedi-beschützmi-härzig-mässig."

(Meine Freundin kommt. Ob sich Kunstblondie 1 jemals die Haare schneiden wird? Eher nicht. Fände ich meine Frisur (ist das überhaupt eine? Eher nicht.) nicht mega gäbig (Haare zusammenbinden, fertig), ich ginge glatt zum Coiffeur für einen Kurzhaarschnitt. Affaire à suivre.)

Sonntag, 28. Dezember 2014

Zug statt klug!

Es ist furchtbar. ALLE haben mich schon darauf aufmerksam gemacht, dass ich nicht ins 2015 starten darf, ohne nicht noch wenigstens einen Blogartikel zu verfassen...
Hiermit ist das Versprechen eingelöst. Nicht böse sein! Ab Januar gelobe ich Besserung (denn da muss ich Unterrichtsbesuche machen, harrharr!).

Für dieses Mal musste ich mich in der Bahn Zürich-St.Gallen (würde in der Region Bern NIE passieren :-)) inspirieren lassen.
Da hab ich nämlich folgendes Gespräch mitgehört (und man muss dazu noch präzisieren, dass es sich um ein Telefongespräch handelte, ich also lediglich ca. 80% des tatsächlich Gesprochenen hier widergeben kann).

Gut, also, Zugfahrerin A (nennen wir sie Tamara):

"De huere Schisschopf. Da glaubsch nöd. Würkli nöd. De isch doch i de Menopause. Oder wenns Mens git für Manne, denn hätt er die. Würkli sonen Volltrottel."

Freundin B am Telefon (nennen wir sie Aramat):
"..."

T: "Also ich will kän Kontakt meh mit dem Arsch. Würkli nöd."

A: ".."

T: "Aber ich mach mir jetzt gliich e paar schöni Tääg. Ich tschills e chly. Gnüsses eifach, wäisch."

A: "."

T: "Und es nois Tätuu will ich mir no lo mache, aber nöd grad jetzt. Will am Underarm und am Rugge, das langet jo eigentli. Hett im Arsch au gfale. Wäisch. Ich will de Finger au tätowiiere. Aber ebe, no nöd jetzt. Will wäisch, min Kolleg isch i de Ferie. Und de hett mir jo letscht Mol de Rugge und de Arm tätowiert, weisch no?

A: " "

T: Ebe genau. Ich wött e alli Finger, weisch. Das xet huere kuul us. Und de ander Underarm, de wili au no. Aber ich weiss no nöd sicher, weles Süsche. Also, ich han zwäi Idee. Söll ich si dir erkläre, wottsch si ghöre?
Also entwäder e Rose, eso e chly verschnörklet, wäisch, oder mis äigete Bild, aber dHelfti devo als Totechopf. Wäisch wie, chasch der da vorstelle? Weisch, eifach shalbe Gsicht vo mir und shalbe als Totechopf. Aber ebe, ich han mich nonig entschide. Ich han au wider Reschpäkt, weisch. Well de Rugge hett huere weh ta, scheisse. Aber min Kolleg, ebe, de, wo mich tätowiert hett, de hätt xeit, es sigi besser als Sex. Würkli. Ich han jo kei Sex im Momänt. Ich chas nöd säge. Aber uf jede Fall...

-

Habt ihr bis hierhin gelesen? Chapeau! Ich glaube nämlich, Aramat hat aufgelegt gehabt. Die ist irgendwie nie zu Wort gekommen...
Leider ist Tamara in Winterthur ausgestiegen. Deshalb werden wir nie erfahren, ob sie sich nun für die Rose oder für den Totenkopf entschieden hat...

Fest steht aber, dass ihr von mir die Rose kriegt - fürs Lesen, fürs Kommentieren und fürs Liken der Beiträge - und natürlich fürs neue Jahr. Möge 2015 euch viel Blumiges bringen. Cheers & dankeschön!