Mittwoch, 7. Oktober 2026

Tagebuch Albania III

So und Mo, 27. & 28.9. 

So, Buongiorno Bari. Ganz sonntäglich gibts ein traumhaftes Frühstück für uns auf der wunderbaren Terrasse im Trespolo degli Angeli. Danach bummeln wir nochmals ans Meer (diesmal weniger Wind) und geniessen den Strand und die Wellen, bevor wir dann unser Gepäck abholen, eine mega Story erleben, bis wir korrekt für die Fähre eingecheckt haben (fragt nicht!), schliesslich Sam wieder treffen (!) und alle zusammen nach Albanien übersetzen.
(Und - wir haben ja gelernt, wie man Fähre fahren sollte. Itinerol (ich werde nicht gesponsert!) bevors losgeht - und gut ist (ämu bei ruhiger See)).

Guten Morgen Durrës. Erstmal unser Auto finden, dann raus aus der Hafenstadt, ab Richtung Meer und Spille. 
In Spille angekommen, gibt es für uns ein spätes Frühstück - Albanian pancakes. Unsere anfängliche Begeisterung hält nicht soo lange - denn die Dinger sind  frittiert und man hat schnell mal die Nase voll. Eigentlich schon ab dem zweiten Morgen. Aber die gehören leider zur Standardausrüstung… 

Dienstag, 6. Oktober 2026

Tagebuch Albania II

Samstag, 26.09.26

Guten Morgen im Nachtzug! Die Nacht war - naja - durchzogen. Kind 2 hatte kurz nach Ancona Stress, wir würden den Ausstieg verpassen, und weckte mich panisch auf (NB: Es war 02:00 morgens). Danach war mein Nervensystem derart aktiviert, dass ich ewig nicht mehr einschlafen konnte. Und als es dann doch noch klappte, fiel das Kissen von K1 vom oberen Bett direkt auf meinen Kopf. I called it a night - oder so.

Danach schlafwandelten wir durch Bari, schafften es aber sogar an den Strand. Znacht gab es Pasta in einer überteuerten Touri-Bude - aber egal. Unser Hotel war super, total familiär und herzig mit traumhafter Frühstücksterrasse - und wir schliefen 14 Stunden (die Kinder) bzw. 9 (ich) einfach durch. 


(Trespolo degli Angeli in Bari. Fragt nach Francesco. Bitte gärngscheh.)

Montag, 5. Oktober 2026

Tagebuch Albania

Freitag, 25.09.26

Nachmittags steigen K1, K2, K3 und ich in einen total überhitzten, rappelvollen Zug nach Milano. Zum Glück haben wir unser reserviertes Viererabteil. Die Stimmung ist gut - auch wenn wir unseren Platz mehrmals ziemlich lautstark verteidigen müssen und insbesondere ich immer wieder einen Rucksack an den Kopf kriege. Naja, wir sind jedenfalls froh, als wir in Milano eintreffen - obschon ich die ersten paar Minuten Ängste ausstehe, dass ich die Kinder gleich verlieren könnte: der Bahnsteig ist unglaublich voll und es dauert ungelogen eine gute Viertelstunde, bis wir von unserem Wagen am Perronende ankommen.

Wir schieben uns irgendwie mit Koffern raus auf die Piazza und von da zügig ins Quartier „Bosco Verticale“. Ein toller Ort - und das Beste: Die Legami-Shoppingliste können wir grad auch abarbeiten - K3 ist im siebten Himmel. 

Freitag, 20. Februar 2026

Nicht. Im. Traum.

Naomi Gregoris und Ursina Haller haben kürzlich einen wunderbaren Text im Das Magazin über Mutterschaft verfasst. DANKE dafür! (Wer lieber hören als lesen mag - hier gibt es eine sehr empfehlenswerte Apropos-Folge mit den beiden zum Thema). 

Jedenfalls: Ihr Text hat mich dazu veranlasst, das Hamsterrad kurz anzuhalten und über meine eigene Mutter- bzw. Elternschaft nachzudenken. Es gibt nämlich immer wieder Dinge im Leben mit Kindern, die man sich niemals so vorgestellt hatte. Man (ich) hatte soweit gar nie überlegt. Meine eigene Vorstellung von Mutterschaft erstreckte sich vor (oder von mir aus: während) der ersten Schwangerschaft nur über die Baby- bzw. die Kleinkindzeit. Dass mein Kind mal eine Zahnspange brauchen würde, war ein rein hypothetischer Gedanke. Damit setzte ich mich nur kurz auseinander, als es um die Frage ging, ob wir fürs Kleinkind eine Zahn-Zusatzversicherung abschliessen sollten oder nicht (we did it, luckily).

Anyways. Ein paar Jahre später trägt K2 eine Spange (und temporär sogar einen Gips, aber das ist eine andere Story). Die Spange für den Oberkiefer ist seit ungefähr 3 Wochen in seinem Besitz, die Spange für den Unterkiefer seit 1 Woche. Wir sind in der semaine blanche, dank der Wetterkapriolen sogar ein paar Tage abgeschnitten. Aber das weiss ich am zweiten Tag der Ferien noch nicht - ein wunderbar sonniger Tag, den wir skifahrend verbringen. Da für die Woche sehr viel Schnee und Nebel angekündigt ist, geniessen wir jeden Sonnenstrahl und picknicken am Mittag draussen. K2 verstaut die Spange in seinem Schächteli, das beobachte ich. 

Zuhause in der Ferienwohnung, irgendwann nach 16h, fällt mir auf, dass das Schächteli nicht in meinem Rucksack ist. K2 schaufelt draussen im Schnee. Ich schreie über den Balkon, ob er wisse, wo seine Spange sei. K2 steckt die Hand in seine Jackentasche, erbleicht und stammelt: "Aber vori hani se no im Sack gha". 

Ich leere in der Wohnung den Rucksack aus. Nichts. Kein Schächteli. Ich schreie über den Balkon, die Kinder sollen im Schnee suchen. 10min später ist klar: Ich muss zurück zum Picknickplatz. Mit viel Glück und Goodwill von netten Mitarbeitenden erwische ich den allerletzten Sessellift um 16:45 ins Skigebiet. Unterwegs telefoniere ich mit dem lokalen Fundbüro und erhalte die Öffnungszeiten sämtlicher Touribüros mit Fundkisten. Für den späteren Abend ist starker Schneefall angesagt. Ich weiss - ich muss das verdammte Schächteli heute finden, und am Besten, solange es noch hell ist. Nachher schwinden meine Chancen rapide. Aber - es könnte überall sein! 

Es ist schon sehr kalt. Ich werde von verschiedenen Leuten mehrmals und eindringlich vor den Pistenbullys gewarnt. Ich bin froh, alleine gekommen zu sein, denn effektiv: Genau hinter dem Picknickplatz fährt ein grosses Pistenfahrzeug. Ich untersuche die Bänkli - nix. Kein grasgrünes Schächteli. Ich überlege, ob ich im Restaurant fragen soll, denn K2 war dort noch auf dem Klo. Gern würde ich aber zuerst noch durch den Funpark hinter dem Picknickplatz. Dort spielten alle Ks auf grossen Gummireifen im Schnee. Nur - dort steht das Pistenfahrzeug. Ich nähere mich vorsichtig und warte ab. Irgendwann fährt der Bully davon. Ich steige über den ersten Schneehügel - und sehe etwas Grünes. Da! Das Schächteli. Genau da, wo vorher der Pistenbully stand. Ich öffne es - beide Spangen drinnen, sie sehen unversehrt aus. Ich stecke das Schächteli ein, hüpfe fast zurück zur Bergstation des Sessellifts, nehme mir einen Schlitten, sause damit über die Schlittelpiste in 10min zurück ins Tal, versorge den Schlitten an der Talstation, renne zum Dorfplatz, weil dort in 10min das Poschi fährt und erhalte am Dorfplatz noch den traditionellen Sonntags-Willkommensdrink: Einen Glühwein. 

Ich hab 2 getrunken. 

Und war pünktlich aufs Znacht wieder retour.  

Und dass das Kind nun mit dem eingegipsten Arm das Schächteli nicht wird öffnen können (weil einhändig gehts imfall nicht!), wird die Sache künftig nicht erleichtern. Aber vielleicht muss ich nicht mehr im Schnee suchen, immerhin. 

Und - nein, solche Stories wären mir nicht im Traum eingefallen, als wir uns für Elternschaft entschieden haben. Nicht. Im. Traum. 

Sonntag, 30. Juni 2024

EM-Special #2

Italien-Schweiz. 

Das 2:0 fällt. Grosser Jubel bei uns allen. K3 fügt an: "Aber suuber abgwehrt!"

Und so kurz vor Ende der Spielzeit, wir hampeln alle freudig-nervös auf dem Sofa herum:

"Iz hett grad dr Schiri eine gfoulet!"

Samstag, 22. Juni 2024

EM-Special #1

Kinder im Vorschul- und Primarschulalter, die über Fussball diskutieren, obschon sie davon maximal soviel Ahnung wie ich haben, fand ich schon vor 15 Jahren lustig. Damals fachsimpelten meine Schulkinder, heute sind es meine eigenen. Zum Beispiel so:

Wir schauen Match-Zusammenfassung Holland-Frankreich (0:0). 

K2: "Die Spanier si scho krass, di gö immer grad uf dä Bau!"

Donnerstag, 7. März 2024

Flixxi

 Die letzten 2.5 Tage verbrachte ich in Augsburg (D).  Das wär ja an sich ganz nett - nur streikten die DB-Mitarbeitenden mal wieder. Die Hinfahrt am Dienstag Abend verlief noch reibungslos - aber leider waren sämtliche Züge heute Donnerstag für die Rückfahrt bereits zu diesem Zeitpunkt gestrichen. Ich bin mir sicher, dass die DB extra gestreikt hat, damit ich hier wieder mal einen Post absetzen darf - normal geht ja nicht, es muss immer irgendwie extra aufregend sein. 

Nun ja - der besten Arbeitskollegin I (MERCI!!) sei Dank habe ich es nach einer kurzen Panikattacke, verbunden mit einer Recherche über Flüge (München? Memmingen? Ulm?) geschafft, ein Flixbusticket zu ergattern (was crazy war, weil man auf der Homepage direkt sehen konnte, wie sich die Busse füllten). 

Heute Morgen früh um 06:00 hatte ich also einen Flixbus ab München nach Tsüri zu nehmen - doof halt nur, dass mein Hotel in Augsburg bereits gebucht war. Also gestern Abend extra früh ins Bett (früh schlafen geht ja dann meist nicht auf Knopfdruck), heute extra früh aufgestanden, ein Taxi gerufen und damit nach München gebrettert - so mit 150 km/h an gefühlt hunderten von Lastwagen vorbei nach München. Der Taxichauffeur (Ahmed aus der Türkei, lebt in Deutschland, seit er 10 Jahre alt ist) verzichtete meinetwegen darauf, 160 km/h zu fahren. Ich wollte mein Leben nicht auf dieser Autobahn lassen. Er war aber auch etwas im Zeitdruck, weil er die Münchner Innenstadt vor dem Berufsverkehr wieder verlassen wollte. Folglich schmiss er mich am Busbahnhof zügig raus und da stand ich dann, vor 06:00, so à la: Simone ganz alleine in München - und wo ist nun der richtige Flixxi? 

Gern hätte ich vor allem mal nen Kaffee getrunken, aber es war noch alles geschlossen. Ich seufzte und machte mich auf den Weg - zum Glück fand ich ziemlich zügig das richtige Perron. Der Bus fuhr auch bald ein und nachdem sich der Busfahrer verpflegt hatte, stiegen er und ein weiterer Typ aus und machten Check-in und Ticketkontrolle. Ich war davon ausgegangen, dass ich ein Ticket in der ersten Reihe des Busses reserviert hatte - hm, Plan lesen sollte man können, tatsächlich musste ich mich in die hinterste Reihe setzen. Das erwies sich aber als Glück - denn da waren wir zu dritt für fünf Plätze und ich hatte tolle Beinfreiheit in der Mitte. Und vor allem traf ich neben mir auf Mohammed - einen Flixbuspendler, der ursprünglich - dreimal dürft ihr raten - aus der Türkei stammt, aber in Deutschland geboren wurde. Er teilte seine zahlreichen Flixxi-Erfahrungen und Tipps und Tricks sehr gerne mit mir - zeigte mir den Stromanschluss, versorgte mich mit Leckereien seiner Ehefrau, erzählte mir sein Leben, empfahl mir, möglichst wenig zu trinken, um bis Zürich ja nicht aufs Klo zu müssen, drehte die Lüftung ab und bewahrte Ruhe, als unser Bus in Diepoldsau am Zoll gefilzt wurde und ich mich innerlich schon auf eine stundenlange Kontrolle einstellte, da mir meine Studis am Dienstag noch solche Horrorstorys erzählt hatten. Nach zwanzig Minuten waren sämtliche Ausweise meiner Mitreisenden kontrolliert und der Flixxi durfte weiterrollen. 

In Zürich war ich dann doch ziemlich froh, aussteigen zu können - der Bus fuhr danach noch weiter via Basel und Mulhouse nach Paris. Une autre fois! 

(Und die Frage, ob wir uns wieder eingelebt haben, lässt sich nicht so einfach beantworten. The Swiss Pace ist eine komplett andere Lebensrealität. Es braucht wohl noch immer etwas Zeit, aber es kommt schon!)