Samstag, 26. Juli 2014

Bolivien I

Viele von euch haben sich nett erkundigt, ob wir mit der Hoehe Probleme haetten.
Zum guten Glueck ist dem im Prinzip nicht so. Genau - im Prinzip.

Denn - 2 Probleme bringt die Hoehe alleweil mit sich (und zwar egal, ob in Peru, Bolivien oder wherever).

1. Subir
In Copacabana stiegen wir auf den Cerro Calvario, einen Pilgerberg. Der Aussichtspunkt lag ungefaehr 50m ueber dem Zentrum des Staedtchens. Easy, eigentlich. Aber auf knapp 4000m weit gefehlt - wir schnauften beide wie Walroesser.

Mittlerweile sind wir in "Nuestra Senora de La Paz" - auf 3650m. Immer noch ist es u anstrengend, schon nur ein kleines Stuetzli hochzulaufen. Insofern braeuchten wir also noch viiiiel Akklimatisationszeit.

2. Kaelte
Leider haben viele Hotels und Hostels in Bolivien (und in Peru) keine Heizung. Das mag im Sommer - also waehrend der Regenzeit - kein Problem sein. Im Winter hingegen - also jetzt - ist es eines.
Aber wir haben mittlerweile diverse Strategien ausgekluegelt, um der Kaelte zu trotzen.
Moechten wir uns zum Beispiel ins Pischi stuerzen (in dem Fall bestehend aus:
- Trainerhosen
- dicken Wollsocken
- langen Unterhosen
- T-Shirt
- Pulli
- Faserpelz
- Muetze
- Handschuhe)

laeuft das so ab:

1. Wir putzen die Zaehne (auf Gesichtwaschen oder gar Duschen verzichten wir, kommt das Wasser ja e nur lau aus dem Hahn raus)
2. Wir bueschelen den zusaetzlichen Seidenschlafsack bereit
3. Wir legen saemtliche Kleidungsstuecke der obgenannten Liste bereit (obschon - Muetze und Handschuhe tragen wir schon)
4. Dann kommt der Moment: Man muss die Trekkinghose; die Wanderschuhe; die Wandersocken; das T-Shirt; das langaermelige T-Shirt; den Pulli; die Softshelljacke UND die Muetze bzw. die Handschuhe ausziehen und UNVERZUEGLICH und MOEGLICHST SCHNELL ins "Pischi"
schluepfen - sonst laeuft man Gefahr, elendiglich zu erfrieren.
5. Man kuschelt sich unter die 7 stinkigen Wolldecken und den Seidenschlafsack.

Gute Nacht!

Montag, 21. Juli 2014

Peru II

3 wichtige Dinge gingen im letzten Eintrag vergessen:

1. Peruanische Floetenmusik
Wherever you are, egal ob im Bus, im Auto, in einem Restaurant... fast ueberall wird man von peruanischer Floetenmusik berieselt. Floetenmusik per se waere ja noch halbwegs in Ordnung, aber es muss natuerlich BAMBUSfloetenmusik sein. Ein Gesausel nach dem andern. Im schlimmsten Fall haucht sogar noch ein peruanischer Volksschmusesaenger ein paar Toenli dazu... Fuerchterlich.

2. WC-Papier
Gut. Es gibt genaue Regeln beim WC-Besuch. Ins Car-WC darf man NUR urinieren. Der Car faehrt aber 8h. Wenn du in der Zeit mal richtig musst, gibts nur die Option Immodium.
Aber goemer nid vo daem us. Meist darfst du ja, wie du willst. Wichtig ist einzig, dass du das WC-Papier nachher nicht ins WC wirfst, sondern in den appetitlichen Eimer neben dem WC.
Der Haken ist nur: Oft gibts gar kein WC-Papier. Oder wenn, dann ist es abgezaehlt (5 Papierli muessen reichen) und kostet einen Sole.
Ergo hab ich in diversen Hotels schon WC-Papier abgestaubt. Sorry!

3. Guias
Genau, Guide in der Mehrzahl. Buchst du einen kleinen Ausflug und kommt dich (mit der obligaten akademischen viertelstuendigen Verspaetung) jemand abholen, dann verpuff ja nicht all dein Spanisch, denn er wird dich wohl nur zum Taxi oder Bus geleiten und dich nachher wieder verlassen. Der Chauffeur ist auch nicht dein echter Guide. Der kommt erst, sobald du zum Taxi ausgestiegen bist - wobei, halt: Nein, der bringt dich nur sicher ueber die Strasse. Jetzt aber, das muss der Guide sein.
Ein netter junger Herr, Luis heisst er, spaziert mit uns an den Hafen - und verabschiedet sich beim Schiff.
Erst jetzt tritt der richtige Guide in Erscheinung.
(Ist natuerlich nicht immer so. Diesmal haben wir aemu ordentlich was fuer die peruanische Tourismuskasse getan.)

Und mit dieser kleinen Spende an Peru fahren wir morgen weiter nach Bolivien.
Stay tuned!

Freitag, 18. Juli 2014

Peru I

Auf vielseitigen Wunsch (gaeu Zeno :-) ), hier ein paar Beobachtungen, die wir in 2 Wochen Peru gesammelt haben:

1. Polizisten
In Peru werden die meisten Leute Lehrpersonen. Das freut uns beide sehr. Wirklich. Auf dem zweiten Platz der gewaehlten Berufe befinden sich KrankenpflegerInnen. Auch das kann ja nur vorteilhaft sein fuer uns. Auf dem dritten Platz - Trommelwirbel - finden sich die PolizistInnen. Die weibliche Spezies dieser Gattung sieht von hinten stets gleich aus (schwarzes Haarnetzli sei Dank).
Und wichtigstes Utensil dieser Berufsgattung: Eine Pfeife. Diese Pfeife wird eingesetzt, wann immer einen die Lust packt, und egal, ob sich der eigene Standort neben einer - notabene funktionierenden - Ampel befindet oder nicht.

2. Fussgaengerstreifen
Damit kommen wir gleich zu Punkt 2. Fussgaengerstreifen sind in Peru "decoracion" (ich zitiere einen Peruaner). Die Autos muessen nicht halten, tun das natuerlich auch nicht und somit ist jede Ueberquerung eigentlich ein versteckter Selbstmordversuch.

3. Plaza de Armas
Fast alle groesseren Staedte in Peru haben einen Hauptplatz, der "Plaza de Armas" genannt wird. Zur Zeit sind diese Plazas wegen dem Nationalfeiertag am 28. Juli sehr prunkvoll geschmueckt. Weniger prunkvoll sind die zigtausend Tauben, die leider leider von den Peruanern gefuettert werden und sich deshalb wohl exponentiell (!) vermehren.

4. Oeffentliche Paerke
Es gibt sie! Sogar in Peru! Sie sind aber eingezaeunt und werktags nur streunenden Hunden zugaenglich, die ihre mageren Koerper durch die Gitterstaebe zwaengen koennen... Schade!

5. Graue Haare
Peruaner (ich meine selbstverstaendlich auch die Frauen) haben kaum graue Haare. Die Frau auf dem Mercado meinte, dies laege an ihren gesunden Fruchtsaeften, die man an jeder Ecke trinken kann (uebrigens sehr lecker; seis mit Orangen oder mit Mandarinen oder mit Guaven oder mit Ananas oder mit Passionsfruechten...). Ob das stimmt? Fest steht aemu, dass sich die Peruaner die Haare NICHT faerben lassen (haben wir anhand eines Selbstversuchs im Coiffeurgeschaeft ueberprueft. Resultate ersparen wir euch. Kostenpunkt: 3.- fuer Samuel; 5.- fuer mich.)

6. Kurze Hosen
Heute Mittag in Arequipa stellen wir ploetzlich fest, dass wir fast die einzigen mit kurzen Hosen sind. Tut man das hier nicht? Die Frau im Lebensmittelgeschaeft findet: Doch doch; es sei halt einfach Winter und sowieso zu kalt... Bof. Nachts wirds zwar echt unglaublich kalt (vor allem in der Hoehe), aber tagsueber verbrennt die Sonne einem die Haut, sodass kaum LSF 50 ausreicht...

Soviel vorerst.
Wir wuenschen ein tolles Gurten- oder Gartenfestival - und allen anderen ein sonniges Wochenende!
¡Hasta luego!