Mittwoch, 8. September 2010

E Schluck Wasser!

Der Dienstag war echt mühsam.

Nicht nur mussten die ärmsten Kids einen unvorbereiteten (!) Sätzlirechnungstext (!) schreiben. Nein. Wir hatten, da nun die Ältesten im Schulhaus, auch die ehrenvolle Aufgabe, die Eisenbahn und die Rollrutschbahn für unseren Sporttag aufzustellen.

(Was diese Bahnen genau können, braucht ihr nicht zu wissen. Lohnt sich nicht. Fest steht: Sie sind riesig und dauern ewig zum Aufbauen. Kompliziert sind sie auch und Anleitungen gibts nicht. Ich machs nicht soo gern.)

Item. Morgens also ein riesiges Gestöhn bei den Kindern.

Fritzli: "Wi söui wüsse, wi schwär 1 Tafele Schoggi isch?"

Frida: "Si 3 Liter scho wider 3 Kilo oder 3 Gramm oder 3 Tonne schwär?"

Hanni: "Wi tueni 4 Liter i Deziliter verwandle?"

Köbi: "Quadratmeter hei mir no nie gha. No gar nie. Isch das m hoch 2?"

Und immer lautete meine Antwort gleich: "Du weisch dAntwort. Nimm afe mau e Schluck Wasser, de geits de sicher besser."

Am Namitsch dann Geklöhn meinerseits. Nach anderthalbstündiger schweisstreibender Kombinatorik sage ich zischend: "Immer bi dene Schinene geits nid uf. Isch eifach u huere müesam."

Köbi: "Frou Gangiee, nämet afe e Schluck Wasser. Geit de sicher besser."


PS: Beide Bahnen stehen. Der Sporttag kann kommen.

Mittwoch, 1. September 2010

Haydn lebt. Ein bisschen.

Back to the roots - oder: back to Haydn.

Dienstag, 31.8., 14:00 Uhr.
Ich beame Youtube ans Whiteboard und zeige den Kids im Musik die Abschiedssinfonie von Sepperl (check it out auf youtube, ist wirklich noch cool, denn die Musiker verlassen nadisna den Konzertsaal - Abschied eben). Anyway.

Wir gucken.

Auf einmal zoomt die Kamera auf den Dirigenten.

Ich (plötzlich schnallend, dass vielleicht gar nicht alle wissen, was der tut, obschon wir natürlich ein Orchester mal thematisiert haben): "Das isch dr Dirigänt!"

Köbi: "U wo isch de dr Haydn?"

Ich: "Dä isch doch scho lang tot. Dä hett youtube nümm erläbt."

Das youtube-Filmli blendet einige Bilder aus Haydns Heimatstadt, Wien, ein. Unter anderem auch eine Steinstatue von Haydn.

Ich: "Luget, da isch dr Haydn. So hett er usxe!"

Frida: "Ah, dä isch VERSCHTEINERET????"

Ähmm - vielleicht müssen wir nochmals ganz von vorn beginnen.

Mittwoch, 25. August 2010

La frage

Nach der Lesenacht (ich, 20 min. geschlafen, klinisch tot, Frida, 22 min. geschlafen, topfit):

"Frou Gangiee, dr Fritzli hett mi ar Läsinacht la frage, scho zum sibte Mau."

Ich (näxte Woche startet Aufklärungsunterricht, Block 1): "Und, was hesch xeit?"

Frida: "Nei dänk. Aber es isch härzig xi."

Ich: "Und iz, isch er trurig?"

Frida: "Nenei, är hett när zHanni la frage."

Ich: "U du, Hanni, was hesch xeit?"

Hanni: "Nei, dänk. Susch bechumi wider sones Gschänkli."

Ich: "Was de für eis?"

Hanni: "Zletscht Mau, woni ja ha xeit, hett er mir es Chetteli gschänkt."

Ich: "Jö, härzig. Hesches anne? Das da?"

Hanni (prustend): "Sicher nid. Es isch drum vom Claires."

Ich: "Was aber dir finget doch Claires so super?"

Hanni: "Jascho, aber ds Chetteli isch drum us dr Babyabteilig."

Ich: "Aha, ups."

Hanni: "Aber es isch glich no tüür xi, zwöuf Franke füfenünzg."

Ich: "Wiso weisch du das? Hett er dir das xeit?"

Hanni: "Nei, är isch chly e toupatsch. Er hett ds Prisschildli dranne gla."

Uups zum Zweiten...

Dienstag, 17. August 2010

3 Akte - have fun!

Neues Musikthema nach den Ferien: JOSEPH HAYDN, der Grosse.

Ich spielte den Kindern zum Einstieg ins Thema Haydns Kaiserquartett ab (wurde später die deutsche Nationalhymne. Sorry, liebe Musiker und Musikwissenschaftler, wenn ich hier etwas arg abkürze, ich nehme Korrekturen oder Ergänzungen gern entgegen).

Ufjedefall; ich, nach dem Stück (und nochly Bärndütsch, Ferien sind ja grad erst vorbei):
"Wäm chunnt di Melodii bekannt vor?"

Ein Raunen geht durch die Klasse, die Kids schauen sich an, zucken die Schultern, schütteln die Köpfe.

Ich: "Vilech seit sy de Fuessbaufäns öppis?"

Fritzli: "Ah, das isch doch irgendsone Hymne!"

Ich: "Super, genau! Und weisch weli?"

Hansli: "Die vo Tottenham!!"

---

Ich: "Guet, dir xet, 300 Jahr aut isch die eigentlech scho, di dütschi Hymne. Und wär hett se komponiert, wär hett ä Idee?"

Nino (schreiend): "Dr Alex Frei!"

---

Ich (da es Frei imfall nicht war): "Lueget, i schribe nechs a. J-O-S-E-P-H-H
Köbi: "Joseph Hitler, genau!"


Was soll ich noch sagen? Es ist emell gut, kommen die Kids wieder zur Schule. Irgendwie.

Donnerstag, 5. August 2010

Zeitlupe

Ursprünglich mal wollte ich euch vom Aufräumen berichten. Da mein Gehirn sich aber im Ferienmodus befindet und ich mich nicht erinnern kann, worums da genau ging, hier eine andere Anekdote. Fiel mir nach YBs gloriosem Sieg wieder ein.
(Yesss, gelbschwarz!)

Hanni sagte nämlich nach den Achtelfinalspielen:

"Frou Gangiee, zSchwirigschte ar WM findi dWiderholige."

Ich: "Ehrlech? Wiso de?"

Hanni: "Wöu dasch eifach u schwirig."

Ich: "Aber wiso meinsch de?"

Sie: "Wöu denn müesse si äxtra fürd Lüt am Fernseh nomau aues ganz tupfgenauglich mache. Wenns zum Bischpiu es Gou git, oder es Foul. Nume no äxtra langsam. I finde ds u schwirig."

Sind solche Aussagen nicht einfach - rührend?

Freitag, 9. Juli 2010

Gr8 impression!

Vor dem Artikel "Aufräumen zum Zweiten" noch dies:

Am zweitletzten Tag vor den Ferien gibts Besuch von meiner neuen Stellenpartnerin.
Zuerst dürfen die Kids sie ausquetschen, die Ärmste.

Frida: "Was isch öies Lieblingstier?"
(Sie: Gummibärli!)

Kunigunde: "Was isch öii Lieblingsfarb?"
(Sie: Türkisblau)

Nino: "Was isch zSchlimmschte wo dir je erläbt heit?"
(Sie: Malaria)

Fritzli: "Gäbet dir viu Strafufgabe?
(Sie: Ds chunnt uf di a)

Hansli: "Sit dir nätt?"
(Sie: I bi sicher nätt, aber mängisch o schträng.
Hansli: "Aha, wid Frou Gangiee, di isch eich o nätt, aber schträng!")

... usw.

Irgendwann in dieser Fragerunde, streckt Köbi, der bis anhin beobachtet und geschwiegen hat, auf:

"Eifach öppis müesst dir wüsse. Mir sy de imfau nid sone Sträberklass wi üsi Parallelklass."

Imfau.

Samstag, 3. Juli 2010

Aufräumen zum Ersten

Der letzte Schultag.
Ziel: Alle Pulte leer, denn das Schulhaus wird gereinigt.
Mission: Impossible.

Dieses Jahr habe ich die Pulte-leer-Geschichte besonders minutiös geplant. Eine leere, grosse Bananenkiste steht bereit, die Kinder sitzen am Platz und ich instruiere wie folgt (und zwar auf Bärndütsch, man möge es mir verzeihen):

1. Nämet zMathheft füre.
2. Entscheidet nech, öb sechs lohnt, zHeft zphaute. Wenn ja, bringet dr mrs (ich würde es in der Bananenkiste aufbewahren über die Sommerferien). Wenn nei, tüet drs i Schueusack u nämets hei.
3. Nämet zAllerleiheft füre. (Punkt 2 wird wiederholt).
4. Nämet dGschichtechischte füre (Punkt 2 wird wiederholt).

usw. You get the point.

Fritzli: "I ha gar nie es Auerleiheft gha!"
Frida: "UUps, i ha 2 agfangni Mathheft!"
Nino: "A, hie isch em Köbi sini Gschichtechischte!" (wird seit Wochen vermisst).

usw. You get that point, too.

Irgendwann sagt Fritzli:
"Frou Gangiee, i bi so müed."

Ich: "Ja, was meinsch wis mir iz gd geit mit öich?"

Er: "Ja, aber xet dr nid mini Ougeringe?"

Und als wär dies nicht schon genug, doppelt Köbi nach:
"Mä xet sä schlächt, hesch se zguet überschminkt!"